... das Korps, später die Waffengattung der Carabinieri eine
große internationale Bedeutung erlangt, die sie einerseits ihrer
traditionellen Professionalität verdankt, sich andrerseits aufgrund
ihrer grundlegenden Natur eines Militärorgans mit zivilen Aufgaben
als Polizei, Bereitschaftstruppe und als Hilfe in
Katastrophenfällen durch zunehmend feinere Spezialisierungen
erworben hat. Die Carabinieri waren und sind im Ausland mit
zweifachem Auftrag tätig: als Streitkraft und Militärpolizei in den
Friedensmissionen im Rahmen italienischer und alliierter
Kontingente, sowie selbständig in den Hilfsprogrammen für den
Neuaufbau und die Ausbildung ausländischer Polizeikräfte.
Diese Aktivitäten, die im Laufe der Zeit die Institution zu einem
Vorbild hinsichtlich Personal, Struktur, Operationstechnik und
Berufsethik haben werden lassen, begannen 1855/56 mit einer
piemontesischen Expedition auf die Krim, der 52 Carabinieri
angehörten, die sich vor allem bei der Aufrechterhaltung der
öffentlichen Ordnung und Hilfeleistungen bei speziellen
Notsituationen und einer Choleraepidemie auszeichneten.
Dann wurden 1883 vier Carabinieri nach Assab am Roten Meer
entsandt, um die Sicherheit unserer Landsleute zu gewährleisten,
die in den Handelsbüros jenes Keims arbeiteten, der im Jahre 1890
die Kolonie Eritrea werden sollte.
Zwischen 1897 und 1906 waren Carabinieri auf der Insel Kreta, um
nach den Kämpfen, die in der Folge des Aufstands der christlichen
Bevölkerung gegen das Osmanische Reich entflammt waren, die
öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, und unmittelbar danach,
um dort nach dem Vorbild der Carabinieri eine effiziente und
unparteiische lokale Gendarmerie aufzubauen.
Von 1900 bis 1914 wurde ein Kontingent der Waffengattung nach
Peking entsandt, um die Sicherheit der italienischen Gesandtschaft
während der Unruhen zu garantieren, die mit dem berühmten
"Boxer-Aufstand" zusammenhingen.
In Mazedonien bauten Offiziere der Carabinieri von 1904 bis 1911
im Auftrag der Ottomanischen Regierung die Gendarmerie auf.
Noch 1909 baten die chilenischen Behörden um Ausbilder für den
"Cuerpo de Carabineros de Chile", und Italien entsandte die
Marescialli Torquato Cremonesi und Felice Riva, die diese Mission
1911 zum Abschluss brachten.
Unter dem Eindruck der erfolgreichen Mission auf Kreta wurden von
1912 bis 1923 Offiziere der Waffengattung nach Athen entsandt, um
die griechische Gendarmerie aufzubauen; ebenfalls 1912 erweiterten
die Carabinieri nach der "vorübergehenden" italienischen Besetzung
der Dodekanes-Inseln ihren Dienstbereich und blieben dort bis zum
Jahr 1943.
In den Jahren 1918 bis 1923 waren es Konstantinopel und Anatolien,
wo unsere Militärs nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs
den Dienst der öffentlichen Sicherheit und bis zur Ausrufung der
Republik Türkei die Aufsicht über die örtliche Gendarmerie
wahrnahmen.
Von 1913 bis 1922 waren die Carabinieri auch in Albanien, um dort
nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft die Gendarmerie
neu aufzubauen.
In den Jahren von 1917 bis 1921 war einer Abteilung der
Waffengattung im englischen Expeditionskorps, das in Palestina
gegen die Ottomanen kämpfte, in einigen strategisch schwierigen
Gebieten der Schutz der Bevölkerung anvertraut, die ein Opfer
rassischer Intoleranzen war; die Abteilung erhielt 1919 den Namen
"Distaccamento Italiano Carabinieri di Gerusaleme" (Italienisches
Carabinieri-Detachement Jerusalem) und hatte u.a. den Auftrag der
Ehrenwache am Heiligen Grab.
1917 war Major Cosma Manera der Held einer heroischen Mission, die
sich in mehreren Phasen abspielte: der Suche, Zusammen- und
Heimführung von über 10.000 italienischen Gefangenen in Russland,
die aus den "Irredenta-Gebieten" stammten und in das
österreichisch-ungarische Heer eingereiht worden waren.
Von 1921 bis 1936 leistete ein etwa 20 Mann starkes Detachement der
Waffengattung bis zur Schaffung der lokalen Gendarmerie Dienst in
S. Marino.
Im Jahre 1935 wurde den dem Internationalen Polizeikorps
angehörenden Carabinieri die Aufsicht über 81 von 320 Wahllokalen
der Volks-abstimmung über die Rückkehr des auch von Frankreich
beanspruchten Saarlandes zum Deutschen Reich übertragen.
Von 1950 bis 1958 schließlich war in der Amministrazione Fiduciaria
Italiana in Somalia (AFIS = Italienische Treuhandverwaltung in
Somalia) im Auftrag der Vereinten Nationen die Carabinieri-Gruppe
Somalia tätig, die über ihre institutionellen Aufgaben hinaus mit
dem Aufbau und der Ausbildung der örtlichen Polizei befasst
war.
Die lange Liste der Auslandsmissionen der Carabinieri endet nicht
hier, da ihre Angehörigen seit 1979 mit der multinationalen Mission
UNIFIL im Libanon überall dort vor Ort waren und sind, wohin unser
Land gerufen worden ist und wird, um den Bevölkerungen der "heißen"
Gebiete der Erde ein würdevolles und sicheres Leben zu
gewährleisten.
Heute sind über 1.000 Carabinieri in operativen Missionen im
Ausland eingesetzt.
Die Waffengattung der Carabinieri, die sich einer langen Tradition
der Teilnahme an humanitären und den Frieden fördernden Missionen
im Ausland rühmen darf, hat an dem neu belebten Prozess der
Entwicklung solcher Operationen aktiv teilgenommen und hat in ihrer
doppelten Funktion einer Militär- und Polizeikraft zu den
wichtigsten Unternehmungen unter der Federführung der UNO, NATO und
OSZE oder auf Grund multinationaler Verträge ihren Beitrag
geleistet. Zu den traditionellen Aufgaben der Carabinieri
spezifisch militärischer und militär-polizeilicher Art an der Seite
der anderen Streitkräfte kamen die der Beobachtung der Einhaltung
der Menschenrechte, der Unterstützung und Beratung beim Neuaufbau
der Polizeikräfte und schließlich der Durchsetzung des Gesetzes und
der Ordnung. In diesem letzten Einsatzbereich erlangt besondere
Bedeutung der von der Waffengattung geleistete Beitrag der
MSU-Regimenter (Multinational Specialised Unit), die im Rahmen der
NATO-Missionen auf dem Balkan operieren und ihren Ursprung in der
Notwendigkeit haben, den "security gap", die Grauzone zwischen der
Militärmission (deren Truppen weder dazu ausgerüstet noch
ausgebildet sind, die Probleme der öffentlichen Ordnung und
Sicherheit anzugehen) und den UNO- oder örtlichen Kräften der
Zivilpolizei auszufüllen, die häufig nicht dazu in der Lage oder
Willens sind, in Operationen der öffentlichen Ordnung zu
intervenieren. Die Operationsfähigkeit in unterschiedlichen
Situationen in Verbindung mit der Fähigkeit zu perfekter
Zusammenarbeit mit den anderen Militärkräften macht die MSU zu
einem nicht nur im Rahmen der NATO, sondern auch im Kontext
zukünftiger Operationen der Europäischen Union einsetzbaren
Instrument. Auf der Grundlage der von der Waffengattung der
Carabinieri mit den MSU-Einheiten erworbenen Erfahrungen hat die EU
die Linie gebilligt, eigene rasch einsatzbereite, flexible und mit
den Militärverbänden zusammenarbeitende Integrierte
Polizeieinheiten aufzustellen, die in denselben
Verwendungsszenarien der MSU zur Erfüllung der
"Petersberg-Aufgaben" eingesetzt werden sollen (nach dem Ort, an
dem im Juni 1992 eine Sitzung des Rats der EU stattgefunden hat,
auf der sie beschlossen wurden. Es handelt sich um humanitäre
Aufgaben und Aufgaben der Hilfeleistung, der Aktivitäten zur
Erhaltung des Friedens und der Entsendung von Kampfeinheiten zur
Krisenbewältigung, einschließlich der Missionen zur
Wiederherstellung des Friedens).
Im Folgenden sind die wichtigsten Missionen angeführt, zu denen die
Waffengattung in den letzten zehn Jahren ihren Beitrag geleistet
hat:
a. UNO-, EU- und OSZE-Missionen oder Missionen aufgrund
multinationaler oder bilateraler Vereinbarungen

Vom 7. August 1991 bis zum 30. April 1995 bzw. vom 27. Juli 1995
bis zum 31. Dezember 2001 war die Waffengattung mit zehn
Angehörigen an den Missionen ONUSAL (United Nations Operation in
Salvador) und MINUGUA (United Nations Verification Mission in
Guatemala) vertreten, die von der UNO zur Überprüfung der
Einhaltung der von den Regierungen Salvadors und Guatemalas und den
oppositionellen Guerillabewegungen unterzeichneten
Friedensvereinbarungen sowie zum Schutze der Menschenrechte der
lokalen Bevölkerungen beschlossen worden waren.
Zeitgleich zur Mission in Salvador hat die UNO nach der
Unterzeichnung des Friedensvertrags für Kambodscha vom Juli 1992
bis Juli des darauf folgenden Jahres die UNTAC (United Nations
Transitional Authority in Cambodja) entsandt. Italien hat an der
Mission mit einem Kontingent von achtzig Angehörigen der
Waffengattung der Carabinieri teilgenommen, dem Aufgaben der
Gebietskontrolle und Unterstützung der Bevölkerung, der Überwachung
der Arbeit der kambodschanischen Polizei mit der Möglichkeit,
eigene Ermittlungen durchzuführen, sowie der Überwachung der
unbehinderten Durchführung der Wahlen übertragen wurden.
In Bosnien-Herzegowina dagegen hat die Waffengattung an dem 1994
von den WEU-Ländern gestellten Polizeikontingent (WEUPOL)
teilgenommen, dessen Aufgabe der Aufbau, die Ausbildung, Leitung
und Überwachung der kroatischen und muselmanischen Polizei im
Gebiet von Mostar war, sowie an der Mission IPTF (International
Police Task Force) der UNO mit den Aufgaben der Unterstützung und
Neuorganisation der örtlichen Polizeikräfte.
Die Waffengattung ist heute in Bosnien an der EUPM (European Union
Police Mission) beteiligt, die seit dem 1. Januar 2003 an die
Stelle der IPTF getreten ist und die gleichen Aufgaben erfüllt. Bei
dieser Mission, der ersten unter EU-Führung, sind heute 22
Carabinieri im Einsatz, die dem Stab der Task Force und den auf dem
Gebiet der kroatisch-muselmanischen Föderation und der serbischen
Republik Bosnien gelegenen Stationen der internationalen Polizei
angehören.
Im Kosovo haben die Carabinieri mit 16 Mann an der KVM (Kosovo
Verification Mission) der OSZE mitgewirkt, die in den Jahren
1998/1999 die Aufgabe hatte, die Beachtung der sofortigen
Einstellung der Feindseligkeiten und die Einhaltung der Waffenruhe
zu kontrollieren und gleichzeitig die Lösung der Probleme mit
politischen Mitteln, die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Häuser
und den freien Zugang zu den humanitären Organisationen zu
fördern.
In Albanien war die Waffengattung an zahlreichen Missionen
beteiligt. Bei der Multinationalen Schutztruppe hat sie vor allem
den Sicherheitsrahmen gewährleistet, um die freien Wahlen und den
Schutz der OSZE-Beobachter in den schwierigen Phasen der
Aufstellung der Wahlkreise, der eigent-lichen (1) Wahl und der
Auszählung zu fördern. Im Rahmen der Initiativen der WEU hat sie
mit 12 Unteroffizieren und Offizieren an der internationalen
Mission MAPE (Multinational Advisory Police Element) teilgenommen,
deren Aufgabe die Unterstützung, Beratung und Ausbildung der
albanischen Polizei war. Danach hat sie im Rahmen einer Initiative
des italienischen Innenministeriums im November 1997 eine
verschiedene Ordnungskräfte umfassende Polizeimission
zusammengestellt, die im Dezember 2001 abgeschlossen wurde und
deren Ziel eine stärkere Unterstützung der albanischen Polizei vor
allem bei der Beratung hinsichtlich ihrer Reorganisation und der
Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern im Kampf
gegen die Kriminalität und die illegale Einwanderung war. Eine
ähnliche Verpflichtung wurde mit der D.I.E. (Delegazione Italiana
Esperti = Italienische Experten-Delegation) übernommen, die nach
einer Vereinbarung zwischen dem albanischen und italienischen
Verteidigungsministerium gebildet wurde und in deren Rahmen die
Waffengattung seit 1998 bei der Wiederaufstellung und Ausbildung
der Militärpolizei eine aktive Rolle spielt. Vor kurzem haben die
lokalen politischen Behörden in der Waffengattung der Carabinieri
das Organisationsmodell ausgemacht, auf das sie beim Aufbau eines
neuen Polizeikorps, der Albanischen Staatsgarde, Bezug nehmen, was
zu spezifischen und weiteren Unterstützungs- und
Bera-ter-initiativen führen wird.
Von außerordentlicher Bedeutung im Rahmen der Beobachtungsmissionen
ist der Beitrag der Waffengattung in Palestina, wo seit Januar 1996
in der Stadt Hebron 17 Carabinieri an der multinationalen Mission
TIPH (Temporary International Presence Hebron) mit der Aufgabe
beteiligt sind, die Durchführung des zwischen Israel und der PLO
unterzeichneten Abkommens zu überwachen und damit den delikaten und
schwierigen arabisch-israelischen Friedensprozess zu fördern.
Insbesondere wurden den Carabinieri Patrouille- und
Beobachtungsaufgaben hinsicht-lich (2) der Verletzung der
Grundrechte übertragen.
Seit dem 28. September 1988 ist die Waffengattung an der Mission im
Libanon UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) mit den
Aufgaben einer internationalen Militärpolizei beteiligt.
Gegenwärtig sind im Libanon, in Nakura, zwei Einheiten stationiert.
Sie sind Teil der Abteilung Multinationale Militärpolizei, deren
Aufgaben die Bewachung und Kontrolle der Kommandoeingänge und
-gebäude sind, sowie die Ver-kehrs-kontrolle (3): Begleitung von
Wagenkolonnen und die Aufnahme von Verkehrsunfällen, und die
Tätigkeit als Grenzpolizei: Kontrolle der Personen, die von Israel
kommen oder dorthin wollen. Die Abteilung ist für das gesamte
UNIFIL-Personal und Zivilpersonen zuständig, wenn Kontakte zwischen
den Zivilisten und der UNIFIL bestehen. Sie wird von einem Provost
Marshal kommandiert, der mit seinem einem Oberstleutnant
entsprechenden Dienstgrad der Kommandant der Militärpolizei
ist.
Auf dem afrikanischen Kontinent hat die Waffengattung unter der
Fahne der UNO seit Anfang der 90er Jahre an den Missionen ONUMOZ
(United Nations Operation in Mozambique) und UNOSOM (United Nations
Operation in Somalia) mit Militärpolizeiaufgaben und Personal in
den nationalen und internationalen Kommandostäben teilgenommen,
während sie seit November 2000 an der UNMEE (United Nations Mission
in Etiopia and Eritrea) beteiligt ist, in der sie vor kurzem die
Verantwortung für das gesamte nationale Kontingent übernommen hat,
das aus einer Kompanie internationaler Militärpolizei und
Stabspersonal besteht.
In Indonesien haben 33 Carabinieri Fallschirmjäger von September
1999 bis März 2000 an der Mission INTERFET (International Force in
Eastern Timor) teilgenommen, die nach den übe-raus schweren
Bürgerkriegskämpfen, die sich auf der Insel ereignet hatten, vom
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschlossen wurde, um den
Frieden und die Sicherheit dort wieder herzustellen und die
Operationen humanitärer Hilfeleistung zugunsten der Bevölkerung zu
erleichtern.
Seit kurzer Zeit schließlich nimmt die Waffengattung - wie stets im
Rahmen der UNO - an der Mission ISAF (International Security and
Assistance Force) in Afghanistan mit einem Zug Fallschirmjäger zur
Verteidigung des multinationalen Kommandos, einem Teil der
nationalen Militärpolizei und einem Offizier im Stab des
Missionskommandos mit der Aufgabe eines Provost Marshal teil. In
diesem operativen Kontext hat die Sondereinsatz-Gruppe der
Waffengattung die Ausbildung der Leibgarde des ehemaligen
Herrschers, Zahir Schah, besorgt, der nach über 30-jährigem Exil in
Italien am 18. April 2002 in seine Heimat zurückgekehrt ist.
b. NATO-Missionen
Die NATO-Missionen auf dem Balkan stellten die größte operative
und logistische Aufgabe der Waffengattung dar, die an der Mission
IFOR (Implementation Force) von Anfang an beteiligt war und mit
Teilen des Fallschirmjäger-Regiments der Carabinieri "Tuscania"
neben Funktionen einer Militärpolizei auch operative Aufgaben
wahrnahm.
Seit August 1998 stellt die Waffengattung in Bosnien der Mission
SFOR (Stabilisation Force) über die mit traditionellen
militärischen Aufgaben befassten Abteilungen hinaus eine MSU
(Multinational Specialised Unit). Die dieser Spezialeinheit in
Regimentstärke übertragenen Aufgaben bestehen in der Förderung der
öffentlichen Sicherheit, in der Unterstützung der Rückkehr der
Vertriebenen und Flüchtlinge und in der Erleichterung der
Einsetzung der von Minderheiten gewählten lokalen Verwaltungen
sowie in Koordination mit der IPTF in der Beteiligung an der
Leitung der Krisensituationen im Bereich der öffentlichen
Ordnung.
Die von der MSU SFOR erzielten befriedigenden Ergebnisse haben im
Rahmen der Mission "Allied Harbour" zum Ersuchen veranlasst, eine
solche Einheit in Albanien (MSU AFOR) aufzustellen, die ihrem
Auftrag vom 19. April bis zum 1. September 1999 nachgekommen ist.
Die MSU AFOR war wie die MSU SFOR direkt dem Kommandanten der
NATO-Einheiten unterstellt und operierte im gesamten albanischen
Staatsgebiet.
Seit dem 4. August 1999 steht ferner ein weiteres MSU-Regiment im
Rahmen der NATO-Einheiten im Kosovo (KFOR). Die Einheit arbeitet
über die bereits bewährten Aufgaben der Kontrolle des Territoriums
mit selektivem Patrouillieren in den sensiblen Gebieten und der
Aufrechterhaltung der Ordnung und der öffentlichen Sicherheit
hinaus im Bereich der Gerichts- und Kriminalpolizei mit der
UNO-Polizei der Mission UNMIK (United Nations Mission in Kosovo)
zusammen.
Der Erfolg der MSU hat seit ihren Anfängen in Bosnien das Interesse
zahlreicher europäischer und außereuropäischer Staaten geweckt, die
den Wunsch geäußert haben, sich mit eigenem Personal an den
Einheiten zu beteiligen, was ihren multinationalen Wert gesteigert
und dazu beigetragen hat, die internationale Führungsposition der
Waffengattung bei der Aufrecht-erhaltung des Gesetzes, der Ordnung
und der öffentlichen Sicherheit in destabilisierten Gebieten zu
festigen.
Seit August 2001 schließlich nimmt die Waffengattung mit den
Funktionen einer Militärpolizei und Nachrichtenbeschaffung an der
NATO-Mission in Mazedonien teil, die be-schlos-sen wurde, um die
Entwaffnung der UÇK sicherzustellen und zum internen
Stabilisie-rungs-prozess des Landes beizutragen.
Mit diesen Aufgaben ist auch ein Offizier der Waffengattung in
Albanien am Hauptquartier tätig, das die NATO im Juli 2002
eingerichtet hat, um dessen Beziehungen zur albanischen Regierung
zu erleichtern und die Verbin-dungs-wege in den Kosovo zu
überwachen. |